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20.03.2015

Gift im Schacht (Quelle: Spiegel-Ausgabe 3/2015)

Da ließ sich die Bürgermeisterin noch im Oktober feiern, und mit den Stimmen von SPD und CDU stimmte man der RAG-Schlussregulierung von Bergschäden zu. Den Bedenken der FREIEN WÄHLER, dass eine Flutung der Bergwerke verheerende Folgen für Umwelt und Gesundheit hat, ließ Herr Heckelmann von der RAG nicht zu. Was passiert, wenn der Grubenwasserspiegel ansteigt, mit unseren Häusern z.B. durch Hebungen des Bodens?  Sagt die RAG immer die Wahrheit?

Aus der o.a. Ausgabe des Spiegel (im Ganzen auf unserer Homepage) haben wir uns erlaubt, ein paar Informationen für Sie zusammen zu stellen:

Um zu sparen, will die RAG, entgegen früherer Aussagen, das Grubenwasser in Teilen von Nordrhein-Westfalens und im Saarland nicht mehr überall absaugen. Diese Prozedur kostet das Unternehmen jährlich einen dreistelligen Millionenbetrag. Millionen Kubikmeter einer salzigen und oft übel riechenden Brühe steigen langsam Richtung Erdoberfläche. „Da tickt eine ökologische Zeitbombe“. Die Grünen sehen sogar die Trinkwasserversorgung des Bundeslandes in akuter Gefahr.

Die RAG hat ihre Bergwerke in der Vergangenheit nämlich nicht nur zum Abbau von Kohle genutzt. Sie dienten anschließend auch als eine Art Großdeponie für hochgiftige Sonderabfälle.

…..Stollen und Schächte weit unter der Erde zudem noch mit mehreren Tausend Tonnen PCB kontaminiert sind. Minutiös listen die Bundestags- und Landtagsprotokolle aus den Achtzigerjahren auf, dass die RAG von den 12500 Tonnen nicht einmal zehn Prozent ordnungsgemäß entsorgen ließ.

BUND, Grüne und Wasserexperten: …kleinste Mengen PCB reichern sich über die Nahrungskette im Körper von Tieren und Menschen an und können zu schweren Schädigungen der Haut , des Nervensystems, der Leber und der Nieren sowie zu Krebs führen.

Im Saarland beschäftigte sich 1984 ein Untersuchungsausschuss des Landtages mit der illegalen Beseitigung von PCB bei einem Müllentsorgungsunternehmen. Danach brachten die Saarbergwerke in der Zeit von 1979 bis 1984 rund 1500 Tonnen PCB-haltiges Hydrauliköl unter die Erde.

Bis weit in die Neunzigerjahre hinein war die RAG eine Macht – wirtschaftlich und politisch.

Geduldet von der Landesregierung und weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit ließ das Unternehmen das Wasser in manchen Bergwerken bereits von ursprünglich 1100 Metern auf Höhen von bis zu 260 Metern ansteigen. Neben der Kosteneinsparung hat die Flutung für die RAG einen positiven Nebeneffekt: In jedes Bergewerk fließen bei einer Flutung mehrere Millionen Kubikmeter Wasser. Dermaßen verdünnt ist die giftige Chemikalie in den Wasserproben der Untersuchungsämter kaum noch nachweisbar. An den „schlimmen Folgen für Mensch und Umwelt“, sagt Wasserexperte Friedrich, „ändert das aber nichts. Denn über die Zeit und die große Menge Wasser, das in die Flüsse eingeleitet wird, landen die gesamten 10000 Tonnen PCB langfristig in den Flüssen und damit in der Nahrungskette.“

Im Saarland droht dem Unternehmen nun Ungemach. Schon 2010 war nicht nur der Gestank ein Thema der Freien Wähler Quierschied.

Wir bleiben weiterhin im Interesse der Bürger an dieser Thematik. Den Originalartikel des Spiegel und weitere Berichte aus der SZ finden Sie auf unserer Homepage.