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25.04.2014

Wenn der Wahlhelfer klingelt. (Von Norbert Schneider)

In knapp vier Wochen sind wieder mal Wahlen. Dabei geht es nicht nur um die Gemeinderatswahl. Europawahl ist angesagt. Für sich allein betrachtet ist das Interesse an Europa herzhaft gering.

Desto größer aber beim Gemeinderat, vor allen diesmal. Aber es wird mehrere Wahlzettel geben: Europa, Gemeinderat, Ortsrat, Regionalversammlung. Vier Zettel auf einmal.Wer soll sich da noch auskennen?

Und nun kommen die selbst ernannten Wahlhelfer auf den Plan. Sie gehen, mehr oder weniger ungefragt, in die Nachbarschaft, bei Verwandte, Bekannte. Sie bieten sich an, dass der Wahlberechtigte bequem zuhause wählen kann. Sie besorgen die Unterlagen und der Wähler, vorzugsweise ältere Mitbürger, greift zum Kugelschreiber. Während er oder sie die Unterschrift leistet, dass alles korrekt ist, kommt der Wahlhelfer auf den Plan und hilft, so gut er will. Die vielen Zettel füllt er dann mit Kreuzchen aus, natürlich für die Partei, für die er unterwegs ist. So kommt dann zu Stande, dass beispielsweise bei der

letzten Bürgermeisterwahl der CDU Kandidat zweidrittel aller Briefstimmen bekam, die Wahl in der Kabine aber verloren hat.

Bisher konnte mir keiner erklären, dass ausgerechnet die CDU Stammwähler alle plötzlich vor den Wahlen erkrankt sind, oder gehbehindert wurden. Hier kommt der Verdacht massiver Wahlbeeinflussung. Bisher hat bei allen Wahlen danach bei mir das Telefon geklingelt und die Beschwerden, dass der Zuhause-Wähler gar nicht gefragt wurde, was er denn zu wählen gedenke, nahm manchmal schon Formen an, die nicht hinnehmbar sind. Formal war alles in Ordnung. Nur der Wählerwille blieb auf der Strecke. Deshalb, als Demokrat,

lassen Sie den Wahlhelfer, wo er ist, nämlich vor der Tür stehen.

Es sei denn, sie haben ihn gerufen. Und als erstes sagen sie ihm, was und wen sie wählen wollen. Wenn er dann ein süßsaures Gesicht macht, wird er sie in Zukunft in Ruhe lassen. Das wäre ein kleiner

Sieg für die Demokratie.

Hans Norbert Schneider aus 2009